Hintergrund

Oleftalsperre

Oleftalsperre (Quelle: WVER)

Seit mehreren Jahren werden in Deutschland durch den Klimawandel bedingte Veränderungen des Niederschlagsregimes beobachtet. So zeigten sich bereits an mehreren Talsperren in Nordrhein-Westfalen Verschiebungen des Niederschlags. Als Konsequenz gelingt im Verlauf des Jahres die Erfüllung bestehender und konkurrierender Nutzungen und Anforderungen nur eingeschränkt. Dies bringt auch unmittelbar negative Wirkungen für Anrainer-Kommunen, die häufig vom Tourismus abhängen bzw. für Kommunen, die ihre Wasserversorgung durch Talsperren erhalten.

An der Oleftalsperre (Wasserverband Eifel-Rur) war seit 2006 bereits dreimal eine Anpassung des Betriebs notwendig, aufgrund von zu niedrigem Wasserstand in der Übergangszeit von Frühling zu Sommer mit der Folge erhöhter Wassertemperaturen beim Wasserversorger und verstärkter Manganrücklösung. An der Aabachtalsperre (Aabachtalsperrenverband) wurde in Bezug auf die Bereitstellung von Trinkwasser in den letzten Jahren mehrfach eine Reduzierung der Kontingente vorgenommen, um niedrigen Wasserständen mit Temperatur- und Wasserqualitätsproblemen zu entgegnen. Die Wiehltalsperre (Aggerverband) musste 2015 aufgrund niedriger Wasserstände am Ende des Winters in einen Sonderbetrieb gehen. Die Mindestabgabe in den Unterlauf wurde in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde reduziert, damit die Trinkwasserversorgung ohne Kontingentierung gewährleistet werden konnte. Die größte deutsche Trinkwassertalsperre, die Große Dhünn Talsperre (Wupperverband), erreichte im Jahr 2015 sehr niedrige Wasserstände, mit der Konsequenz, dass zukünftig mit einer reduzierten Versorgungssicherheit ausschließlich aus der Talsperre zu rechnen ist. Es wurde sogar die Überlegung des Baus einer Überleitung aus einer anderen Talsperre initiiert, um zukünftig vergleichbare Situationen beherrschen zu können. Insbesondere im Übergang des Jahres 2014 zu 2015 sind weitere Talsperren mit den niedrigsten Wasserständen in das Frühjahr/den Sommer eingetreten, so z.B. Talsperren im Harz.

Wiehltalsperre

Wiehltalsperre (Quelle: Thomas Depenbusch [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons)

Bisher wurden für die Adaptionen die alten statischen Indikatoren verwendet, da noch keine abgesicherten neuen Indikatoren im operativen Betrieb von allen Parteien anerkannt sind. Dadurch sind Symptome bekämpft worden, aber die Ursache wurde nicht verändert. Aus diesem Grund besteht die Notwendigkeit, Lösungen zu erarbeiten, die die Auswirkungen des sich verändernden Abflussregimes adressieren und es den Talsperrenbetreibern ermöglichen, flexibler auf die geänderten Bedingungen reagieren zu können und sicherzustellen, dass die Anforderungen, die an den Talsperrenbetrieb gestellt werden, weitestgehend erfüllt werden. Das Vorhaben ist somit von Bedeutung für die Wasserverbände als Talsperrenbetreiber, für die Aufsichtsbehörden, mit denen Betriebspläne abgestimmt werden müssen, sowie auch insbesondere für die in den jeweiligen Verbandsgebieten liegenden Städte und Gemeinden, die direkt davon abhängig sind, dass die verschiedenen Nutzungen der Talsperren sichergestellt werden können.