Projektziele

In Deutschland wurden seit mehreren Jahren klimabedingte Veränderungen des Niederschlagsregimes festgestellt. Dies hat Auswirkungen auf den Betrieb von Talsperren und die damit verbundenen Nutzungen.  Zum Teil mussten in Nordrhein-Westfalen bereits Ausnahmen und Abweichungen von bestehenden Betriebsplänen zwischen Wasserverbänden und Aufsichtsbehörden vereinbart werden. Ziel des Vorhabens ist es daher, Lösungsstrategien für die Auswirkungen des sich durch den Klimawandel verschiebenden Niederschlagsregimes in Form eines übergeordneten Handlungsrahmens zu entwickeln. Dafür sollen die Verschiebungen der Niederschlagsmuster und der daraus resultierenden Abflussverhältnisse eingehend untersucht und deren Auswirkungen auf den Talsperrenbetrieb und auf die Wasserqualität analysiert werden.

Teilziele innerhalb des Vorhabens sind:

  • Untersuchung der Verschiebungen der Niederschlagsmuster und der daraus resultierenden Abflussverhältnisse;
  • Analyse der Auswirkungen der veränderten Niederschlagsmuster auf den Talsperrenbetrieb;
  • Analyse der Auswirkungen der veränderten Niederschlagsmuster auf die Wasserqualität;
  • Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für die Anpassung wasserwirtschaftlicher Betriebspläne, welches die erforderliche Dynamik des Talsperrenbetriebs sowie die konkurrierenden Nutzungen berücksichtigt;
  • Qualifizierung des Konflikts zwischen statischen Vorgaben bei gleichzeitig erforderlicher höherer Dynamik des Talsperrenbetriebs;
  • Erarbeitung eines mit der Aufsichtsbehörde abgestimmten Handlungsrahmens, innerhalb dessen die erforderlichen Einzelfalllösungen je Talsperre ausgearbeitet werden können.

Der besondere Wert des Vorhabens liegt darin, die Notwendigkeit und Vorgehensweise zur dynamischen Anpassung der Talsperrenbewirtschaftung generell zu untersuchen, basierend auf den Daten und Erfahrungen aller beteiligten Verbände und in Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde. Dadurch ist gewährleistet, dass Erfordernis und Konzept nicht im Einzelfall neu begründet, grundlegend analysiert und aufbereitet werden müssen. Das Projekt hat ein hohes Potenzial, allgemein gültige und übertragbare Zusammenhänge zu erkennen. Eine übergeordnete Analyse wird zudem die Erkenntnis und Sensitivität in Bezug auf Veränderungen des hydro-meteorologischen Regimes stärken und für die Betreiber sowie für die Aufsichtsbehörde zur Handlungssicherheit beitragen. Die Handlungsanleitung soll den Akteuren eine frühzeitige Einschätzung ermöglichen, ob ein Handlungsbedarf hinsichtlich möglicher Folgen des Klimawandels besteht und welche Planungen demzufolge notwendig sind. Dadurch wird das System Talsperre-Einzugsgebiet anpassungsfähiger und somit robuster hinsichtlich möglicher Folgen durch den Klimawandel.